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Thailand's Küste und unser Plan für die nächsten Monate

Mit dem Fahrrad von Kambodscha entlang der Küste Thailands bis nach Bangkok. Und ein Familienurlaub im Khao Yai Nationalpark, Sukhotai und Tak. Traumhafte Wege zum Radfahren im Osten Thailands, dazu wunderschöne Nationalparks mit vielen wilden Tieren und interessanter Pflanzenwelt. Außerdem unser Plan für die nächsten Monate.


Wir sind wieder in Thailand. Nachdem das freundliche Land uns das letzte Mal schon gefallen hat sind wir gespannt was Thailands Ostküste für uns bereithält. Ein simpler Grenzübergang, an dem es eher entspannt zugeht trennt Kambodscha von Thailand, dennoch fühlt man sich auf der anderen Seite gleich wie in einer anderen Welt. Die Hauptstraße, die in Kambodscha noch eine kleine einspurige Landstraße war, verwandelt sich in einen mehrspurigen, frisch geteerten Highway. Die Häuser, Tempel, Autos, alles scheint moderner. Auch kommen uns wieder Rennradfahrer mit schicken Fahrrädern entgegen. Hier fährt man wieder zum Spaß Rad, nicht aus der Not heraus. Man spürt gleich, Thailand ist kein Entwicklungsland mehr, obwohl die Schere zwischen Arm und Reich vielerorts noch unglaublich groß ist.

Der Highway bis Trat ist gut ausgebaut und nicht allzu sehr befahren. Zudem hält er einen breiten Seitenstreifen für uns bereit. Endlich können wir auch direkt an der Küste entlangfahren, so dass wir permanent wunderschöne Blicke auf das Meer haben. Immer wieder legen wir kurze Stopps am Meer ein und genießen die Gegend. Nach Trat biegen wir in Richtung Küste ab und fahren auf wunderschönen kleinen Straßen, der „scenic route“, die erst vor ein paar Jahren ausgebaut wurde. An traumhaften Sandstränden, wilden Mangrovenwäldern und kleinen romantischen Touristenorten mit großartigen Bungalowanlagen vorbei. Die Gegend ist vor allem bei thailändischen Touristen beliebt, so ist dort auch meistens nur am Wochenende und an Feiertagen viel los. Die restliche Zeit wirkt die Region eher etwas verschlafen. Genau das Richtige für uns. Westliche Touristen trifft man eher selten, dennoch begegnen wir in einem kleinen Ort ein nettes Ehepaar aus Wien in einen Cafè und werden prompt eingeladen. Nachdem unser Kocher leider am Tag zuvor den Geist aufgegeben hat und all unsere Reparaturversuche erfolglos waren, hatten wir beschlossen uns einen guten Kaffee zu gönnen und dabei das Wlan im Laden zu nutzen, um uns einen neuen zu organisieren. Jelli`s Papa kommt in ca. einer Woche von Deutschland zum Urlaub machen nach Thailand und kann uns Ersatz mitbringen. Außerdem wird er noch ein paar wärmere Klamotten für Jelena, eine neue Kamera (unsere „alte“ hat die Ruckelpisten von Laos leider nicht überlebt) und feste Schuhe für Mirco (in Größe 49 hier so schwer zu bekommen wie Vollkornbrot) im Gepäck haben.



Auf dem Weg Richtung Pattaya wird die Dichte an Hotels und Ferienanlagen immer größer, das Verkehrsaufkommen steigt und die Hektik nimmt zu. So beschließen wir den großen Ferienort so gut es geht zu umfahren. Auf großen, bis zu 16 (!) spurigen Highways bahnen wir uns unseren Weg nach Bangkok.


12 Spuren haben wohl nicht gereicht, drum hat man oben drüber nochmal 4 gebaut.

Zum Glück finden wir meist einen guten Seitenstreifen, um uns zumindest etwas vom restlichen Verkehr fern zu halten. Schwierig wird es dabei aber meistens, wenn einem wieder mal ein Rollergeisterfahrer entgegenkommt. In Thailand ganz normal. Eine Nacht verbringen wir noch, keine 100 Meter von der lauten Straße entfernt, im Zelt. Auf den letzten Metern ereilt uns schließlich noch Platten #3 (2:1 für/gegen Mirco). Bevor wir endlich in Bangkok bei unserer Unterkunft ankommen. Wir können wieder bei Supaporn übernachten, wie schon vor drei Monaten. Diesmal hat sie vor lauter Warmshowers-Anfragen wohl etwas durcheinander gebracht. So wohnt in „unserem“ Zimmer schon oder noch eine kleine nette, vierköpfige Familie aus Frankreich. Kein Problem für uns, wir bauen unser Zelt auf der Terrasse auf. Eine Woche verweilen wir in Bangkok. Verbringen unsere Zeit damit warme Klamotten zu organisieren, unsere Räder wieder in Schuss bringen und die ein oder andere Kleinigkeit zu organisieren oder mit unseren neuen französischen Freunden durch die Stadt zu bummeln. Mirco lässt sein knackendes Tretlager im Decathlon komplett ausbauen, reinigen und eine neue Kette einbauen. Der komplette Service kostet ganze 100 Baht (ca. 2,5€) - unglaublich.

Auch ein Krankenhausbesuch bleibt Mirco nicht erspart. Schon seit fast zwei Wochen hat er einen offenen, stark entzündeten Finger und Fuß. Jelli stellt dagegen die Zahnärzte auf die Probe, da ihr ein Stück von Zahn abgebrochen ist. Wir sind froh, dass alle diese „Defekte“ vor Bangkok aufgetreten sind und nicht irgendwo im Nirgendwo.



Auch besuchen wir das chinesische Neujahresfest in Chinatown. Wirklich ein Highlight. Tanzende Drachen und viele ausgefallene Kostüme bewundern wir auf der Straße. Immer wieder werden Straßenabschnitte geräumt und Menschen warten sitzend auf der Straße bis die thailändische Prinzessin vorbeifährt. Die Zeit verfliegt und schon sind wir wieder mit dem Rad auf dem Weg quer durch Bangkok zum Flughafen. Dort treffen wir Jellis Papa, der mit seiner Frau und Jellis kleiner Schwester zum Urlaub machen nach Thailand gekommen ist. Die Fahrräder verpacken wir im Kofferraum des Pickups und so fahren wir alle zusammen in Richtung Khao Yai Nationalpark, der zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Ein paar Tage haben wir also Besuch aus Deutschland und wollen gemeinsam einen Teil des Landes entdecken. Im Nationalpark sehen wir so viele Tiere wie wahrscheinlich auf unserer ganzen restlichen Reise bisher nicht. Wilde Elefanten, große Hirsche, ausgefallene Hornvögel, baumelnde Gibbons, freche Makaken, bunte Echsen und große, beeindruckende Stachelschweine kreuzen unseren Weg. Weiter führt uns unser Weg mit dem Auto Richtung Sukhothai, wo wir den vielseitigen Nachtmarkt genießen und eine kleine Familien Radtour durch die alten Tempelruinen machen, die wiederum Teil des UNESCO Weltkulturerbe sind. Die letzten zwei Tage verbringen wir in Tak und erkunden die wirklich spannenden Nationalparks in der nahen Bergregion. Dichter Urwald, grün- braune Bambus-haine und kalte Wasserfälle, einfach ein Traum. Und schon ist unser kleiner Familienurlaub auch wieder zu Ende.


Wir fahren allein weiter mit dem Fahrrad über die Berge nach Myanmar. Um den großen, stark befahrenen und gerade im Bau befindlichen Highway zu umgehen, vor dem wir schon des Öfteren gewarnt wurden, nehmen wir eine kleine Bergstraße ein paar Kilometer nördlich. Der Weg schlängelt sich erst durch die trockene, braune und wellige Landschaft. Wir sind erst spät aufgebrochen und so sind wir glücklich, dass wir schon nach 40 Kilometern einen wunderschönen Zeltplatz direkt am Fluss mit gratis Sanitäranlagen finden. Richtiger Luxus. Am Morgen packen wir alle Sachen zusammen und schwingen uns zurück aufs Fahrrad. Zwei kleine Pässe stehen vor uns. Auf jedem Meter den wir uns den Berg hinaufbahnen wird die Landschaft ein bisschen grüner. Wir fahren durch kleine Bergdörfer und durch dichten Urwald. Wir lieben die Berge und so genießen wir trotz der schweißtreibenden Auffahrt die traumhafte Landschaft und werden gegen Abend mit dem nächsten wunderschönen Zeltplatz belohnt. Ganz oben am zweiten Pass bauen wir unser Zelt auf, denn wir haben beschlossen nicht mehr hinunter zu fahren, um das angenehm kühle Klima der Berge zu nutzen. Die letzten 70km nach Mae Sot werden härter als gedacht. Hügelig und mit viel Wind im Gesicht zieht sich der Weg und wird nur dank Schokoladeneis-Sonderangebot im 7-Eleven Supermarkt erträglich. Angekommen in der Stadt erledigen wir die letzten notwendigen Einkäufe und gönnen uns von unseren letzten Baht ein paar neue, notwendige Klamotten für Jelli und eine Unterkunft mit Internet, um euch auf dem Laufenden zu halten, bevor wir uns auf den Weg über die Grenze machen.



Denn die Entscheidung über die Richtung, die wir nach Thailand einschlagen werden ist gefallen: es geht heimwärts, mit dem Fahrrad! Zuerst über Myanmar nach Indien und Nepal. Von dort vermutlich leider mit dem Flugzeug nach Kirgistan, da der Landweg über Pakistan für uns keine Option und ein China Visum inklusive Tibet-Permit ein bürokratischer Albtraum und nebenbei auch sehr teuer ist. Von Kirgistan soll es dann entlang des Pamir Highways durch Tadschikistan und Turkmenistan (vorausgesetzt es funktioniert mit dem Visum) in den Iran und von dort über die Türkei zurück nach Europa gehen. Wir kommen also heim (irgendwann)!





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